Blogschluss
Mein deutschsprachiges Blog ist hiermit offiziell geschlossen. Weiter geht es wie gehabt auf englisch auf dowhatimean.net. Wer kein englisch mag, der kann immer noch auf meinem Flickr-Account Bilder schauen.
Mein deutschsprachiges Blog ist hiermit offiziell geschlossen. Weiter geht es wie gehabt auf englisch auf dowhatimean.net. Wer kein englisch mag, der kann immer noch auf meinem Flickr-Account Bilder schauen.
Dank Digitalfotografie muss man nach dem Urlaub nicht mehr auf die Entwicklung warten und billiger ist es auch, aber dafür wollen dann hunderte überwiegend unscharfe oder langweilige Fotos durchgesehen werden. Zwei Wochen später sind dann drei Dutzend behaltenswerte Schnappschüsse übrig geblieben.
Der Urlaub war sehr willkommen – drei Tage Frühlingswetter, fremde Stadt, alte Steine, spektakuläre Ausblicke, und überhaupt mal was anderes als PXML, HPQ, NG4J, TriQL.P und was mich sonst dieser Tage so umtreibt.
Einige Spaßvögel testen die Grenzen der US-Post, indem sie allerlei skurrile Dinge verschicken, beispielsweise heliumgefüllte Luftballons, ausreichend frankierte Ziegelsteine, 20$-Noten und alte Rehkeulen:
Deer tibia: Our mailing specialist received many strange looks from both postal clerks and members of the public in line when he picked it up at the station, 9 days. The clerk put on rubber gloves before handling the bone, inquired if our researcher were a “cultist,” and commented that mail must be wrapped.
(Via Boingboing)
Man mag von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld halten was man will – seine Liste mit Weisheiten zu Regierung und Geschäftswelt ist gut.
Ein paar Highlights:
- Learn to say “I don’t know.” If used when appropriate, it will be often.
- If you are not criticized, you may not be doing much.
- Don’t be a bottleneck. […] Force responsibility down and out. Find problem areas, add structure, and delegate. The pressure is to do the reverse. Resist it.
- Include others. As former Sen. Pat Moynihan (D., N.Y.) said, “Stubborn opposition to proposals often has no other basis than the complaining question, ‘Why wasn’t I consulted?’”
- That which you require be reported on to you will improve, if you are selective. How you fashion your reporting system announces your priorities and sets the institution’s priorities.
- “First law of holes: If you get in one, stop digging.”–Anonymous
- Perspective–Maurice Chevalier’s response when asked how it felt to reach 80: “Pretty good, considering the alternative.”
- “If a problem cannot be solved, enlarge it.”–Dwight D. Eisenhower
- [Regel Nr. 158] If you develop rules, never have more than 10.
(Via 43 Folders)
Susan Crawford bloggt einen Vortrag von Mary Ann Allison. Sie hat eine Theorie zur Evolution des menschlichen Zusammenlebens.
Here’s her idea: sociologist Ferdinand Tonnies described village society before the Industrial Revolution (gemeinschaft) and urban society afterwards (gesellschaft) … and she thinks we’re at a big punctuation point prompted by the information revolution. The new society is gecyberschaft.
Gecyberschaft? Aua. Die zunehmende Denglisierung meiner geliebten Muttersprache sehe ich recht relaxed, aber eine solche Verwurstung deutscher Leihworte in der umgekehrten Richtung tut dann doch weh.
Die Idee hinter dem Wort erscheint mir als halbwegs Sinn machend. Status in der Gemeinschaft erhält man durch Geburt/Abstammung. Status in der Gesellschaft erarbeitet man sich. Status in der Ge…uh…cyberschaft erhält man durch externe Wertschätzung.
Dementsprechend möchte ich dann dafür doch das Wort Gewertschaft vorschlagen. Oder Geschätzschaft?
Geblogschaft ist natürlich auch naheliegend, und sei zumindest der deutschsprachigen Blogosphere als Ersatz für ebendieses Wort ans Herz gelegt.
(via Jeff Jarvis)
Update: Martin Stabe wirft einen ernsthafteren Blick auf das Thema. In den Kommentaren auf Jeff’s Eintrag finden sich weitere mehr oder weniger ernstgemeinte Vorschläge (Gebyteschaft, Gememeschaft, Gegoogleschaft, Beachtungsgemeinschaft). Mary Ann Alison selbst meldet sich dort auch zu Wort:
As for the word gecyberschaft… well, it engages people (including on this blog and at the conference) and often makes them smile–two good things from my POV. I checked with a couple of German sociologists (not a statistically valid sample, of course) who found it interesting and amusing before I started using it.
Eine Quicktime-Animation (via 43 Folders). Ich sage euch, da wurde mein Leben verfilmt.
Für meine Bookmarks: Alan Green hat eine Reihe von Project Management Checklists für Software-Projekte. Projektanfang, Projektende, wöchentlich, neues Teammitglied und so weiter. Was drin steht, ist common sense, aber nützlich damit unter Stress nicht ein wichtiger Aspekt unter den Tisch fällt.
(via 43 Folders)
Diese Gallerie gephotoshopter Fabeltiere hat doch ganz erheblichen Unterhaltungswert. Meine Favoriten sind der adleräugige Affenwolf, der Frosch-Emu-Saurier, und natürlich diese bekloppte Kreuzung aus Elefantenhintern und glücklich daherglotzendem Orang-Utan.
Hoffentlich gibt’s bald Plugins fürs Gehirn, die so was in Echtzeit machen.
Aus unerfindlichem Grund kommt Mac OS X ohne eine Möglichkeit daher, die Geburtstage aus dem Adressbuch auch im Kalender anzuzeigen. Hier die Lösung als AppleScript. Update: Seit Tiger ist diese längst überfällige Funktion endlich von Haus aus in iCal vorhanden. Der Geburtstagskalender lässt sich in den iCal-Einstellungen aktivieren.
Installation
Benutzung
Achtung: Ich übernehme keine Garantie für irgendwelche durch das Script verursachten Schäden.
Update: Neue Version mit Geburtsjahr in der Beschreibung.
Update: Neue Version mit optionaler Benachrichtigung vor Geburtstagen.
Es passiert nicht mehr alle Tage, dass ich eine neue Programmiersprache lerne.
AppleScript ist so was wie VBA für Mac OS. Es ist eine recht einfach gehaltene Sprache, die selbst nicht viel kann, aber auf die Funktionen und Daten vieler Mac-Programme zurückgreifen kann.
Ein typisches Beispiel: Im Adressbuch von Mac OS X kann man Geburtstage eintragen, aber diese werden im Kalender von Mac OS X nicht angezeigt. Das ist eine Parade-Anwendung für AppleScript. Wahrscheinlich wurde die Funktion extra weg gelassen, damit die Leute einen Grund haben, AppleScript zu lernen. Mein erstes Programm löst genau dieses Problem und ist hier zu finden: Applescript: Kopiere Geburtstage vom Adressbuch nach iCal
Lernen war einfach. Ich habe mir Matt Neuburg’s AppleScript: The Definitive Guide gekauft, was wahrscheinlich Overkill ist. Ich habe die ersten 40 Seiten gelesen (sehr nützlich, sie geben einen groben Überblick zu Anwendungsmöglichkeiten, Tools, usw.), und 4-5 Mal zu bestimmten Themen nachgeschlagen. Mehr war nicht nötig, um den Einstieg zu schaffen. Bis das Script fertig war, vergingen etwa drei Stunden. Nicht schlecht.
(Zugegeben, zwei Dutzend Geburtstage von Hand zu kopieren, hätte zehn Minuten gedauert.)
AppleScript ist offensichtlich auf leichte Erlernbarkeit angelegt. Programmzeilen lesen sich halbwegs wie englische Sätze (was ja keine gute Idee sein muss, siehe COBOL). Beispiel: make new event at end of events of theCalendar with properties eventProps. Dabei sind theCalendar und eventProps Variablen, deren Wert ich vorher gesetzt habe. Mir gefällt das ganz gut. Ist zwar viel Tipperei und nervt wahrscheinlich auf Dauer, aber merkt sich extrem gut.
Was fiel mir bei der Lernerfahrung negativ auf?
Mit einer besseren IDE als dem doch recht bescheidenen Script Editor von Apple wäre es ein superleichter Start geworden. Das gibt mir Hoffnung, dass Programmieren mit der richtigen Sprache und den richtigen Werkzeugen doch eines Tages zu einer Grundfertigkeit wie Lesen, Schreiben und Rechnen werden kann.
TinyCC ist ein superkompakter, extrem schneller C-Compiler. TinyCC kann beispielsweise einen Linux-Kernel in 15 Sekunden kompilieren. Schnell genug, um das bei jedem Bootvorgang zu machen, wie Slashdot schreibt.
In einem Kommentar habe ich das gesehen:
#!/usr/local/bin/tcc -run
main()
{
DoSomethingHere();
}
Mir ist schwindelig. C als Scriptsprache? Man kann sich auf gar nichts mehr verlassen dieser Tage.
Für das diesjährige Projekt Semantic Web an der Freien Universität Berlin hatte ich ein Wiki eingerichtet. Dieses wurde heute Opfer einer WikiSpam-Attacke. Auf vier Seiten wurden jeweils dutzende Links zu diversen asiatischen Seiten eingefügt. Sollte wohl die Google-Positionierung der Seiten verbessern.
Zum Glück habe ich die RecentChanges als RSS-Feed abonniert. Den Mist wegzumachen, dauerte ungefähr eine Minute. (Das drüber bloggen zwei. Ähem.)
Ich stelle mich schon mal auf dier ersten Comment-Spams hier im Blog ein.
Im Moment habe ich kein Problem damit, Wiki- und Comment-Spam gelegentlich von Hand zu entfernen. Wenn es schlimmer wird, muss aber eine andere Lösung her. Von technischen Lösungen halte ich nicht viel, da sie sich meist mit ein wenig Grips umgehen lassen und ich keine Lust auf ein ewiges Wettrüsten habe. Wie ich gerade sagte, muss dieses Problem letztendlich rechtlich oder gesellschaftlich (durch Ächtung solcher Methoden) gelöst werden.
Der Zustand des Internets ist deprimierend. Wohin man klickt, Viren, Würmer, Trojaner, 419-Scams, Phishing, Dialer, Spy- und Adware.
Gibt es einen Ausweg? Jakob Nielsen stellt treffend fest, dass der vielfache Ruf nach mehr Verantwortungsbewusstsein bei den Benutzern nicht die Antwort sein kann:
However, user education should not be the main approach to countering security problems for three reasons. First, and most importantly, it doesn’t work. Computer security is too complicated and the bad guys are too devious and inventive. … Second, user education puts the burden on the wrong shoulders. It’s like the old Wild West, where the answer to crime was that every man carried a gun. In civilized society, we’ve abandoned this approach in favor of a professional police force to deal with criminals. … Third, as long as we keep the burden on users rather than fix the technology, we’ll never realize the Internet’s full benefits. Instead, we’ll alarm users and make them ever more reluctant to use the technology to its full potential.
Was dann? Jakob schlägt sechs Maßnahmen vor:
Das trifft den Nagel auf den Kopf. Aber: Die ersten fünf dieser Punkte sind schon weitgehend erreicht oder können in absehbarer Zeit umgesetzt werden. Es hakt an Punkt sechs.
Heute kann jeder Glücksritter mit einem Minimum an Verstand ohne Angst vor Strafe seinen neuesten finsteren Plan an der nichtsahnenden Internet-Bevölkerung ausprobieren. So lange sich das nicht ändert, wird das Internet ein ungemütlicher Platz bleiben. Und da habe ich wenig Hoffnung. Das Problem kann nur international gelöst werden. Und nicht mit dieser Generation von Politikern und Richtern.
Bis dahin können wir an den Punkten eins bis fünf arbeiten. Und die wichtige Frage diskutieren, wieviel Anonymität wir im Internet wollen.
James Robertson hat einen kurzen Eintrag zu einer Idee von Sonia Carter: Using training during CMS selection.
Es geht um den Einkauf von Content Management Systemen. Diese sind komplex, der Markt ist unübersichtlich, die Evaluierung verschiedener Produkte ist sehr aufwändig. Die Idee ist nun, jeden Anbieter eine Schulung für Endbenutzer machen zu lassen. Dadurch wird ein Unterscheidungsmerkmal hervorgehoben, das für den erfolgreichen Einsatz komplexer Softwareprodukte absolut entscheidend ist: die Usability.
Die Idee schreit geradezu nach einer Anwendung auf andere Produkte. Ich sage nur Telefonanlagen.
Gestern aufgeschnappte Trivia: Die polnische Sprache hat zwei Formen des Plurals. Eine für Gruppen mit mindestens einer männlichen Person, und eine für alle anderen Gruppen. Eine Gruppe von einer Million Frauen wird grammatisch anders behandelt als eine Gruppe von einer Million Frauen und einem Mann. Lustig.
Aber genau genommen ist es im Deutschen ähnlich. Unser Plural verwendet zwar den weiblichen Artikel, aber die männliche Form des Substantivs, außer wenn man sich ganz sicher ist, dass die Gruppe zu 100% aus weiblichen Individuen besteht (siehe „die Verkäufer“ und „die Verkäuferinnen“).
Das politisch korrekte „die VerkäuferInnen“ mag man gut finden oder auch nicht, aber zumindest gleicht es diese sprachliche Asymmetrie aus.
(Das hätte wohl „… mag man/frau gut finden oder auch nicht …“ heißen müssen.)
Matthew Porter schreibt über ein Problem mit Apples Dual-Prozessor-Systemen. Anwendungsprogramme unter großer Last können Kernel Panic auslösen, also das System vollständig zum Absturz bringen.
Apples Antwort: Einfach den zweiten Prozessor abschalten.
Matthew:
Attention Apple! This suggestion, while helpful, is nothing more than a bandaid. More importantly, Apple’s near instant refusal to investigate where the problem lies is just plain stupid and demonstrates that you fail to understand the needs of the enterprise (Unix) market.
Under no circumstances should a userspace application cause the kernel to panic. On Unix, this is just plain unacceptable and represents an issue with something in the kernel or core libraries.
Heftiges Kopfnicken meinerseits. Kernel Panic ist bei Hardwaredefekten und beim Einsatz schlampig programmierter Treiber verzeihlich, aber nicht bei Allerwelts-Anwendungen. Die Schuld einfach auf die Anwendung zu schieben, ist nicht akzeptabel. Schon gar nicht von einem Hersteller, der sich um den Enterprise-Markt bemüht.
Streicht den Rack voll mit XServes G5 von meinem Wunschzettel.
(via Andrew Newman)
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